Sildaen von Hoeth
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Nur wenige Menhir-Steine findet man auf Ulthuan. Gemeinsam verankern diese entscheidenden Punkte den großen Mahlstrom, der das Chaos daran hindert, sich in der Welt auszubreiten. Spieler der Zerstörung werden ausgesandt, um einen dieser Steine zu erobern, welcher in Chrace zu finden ist: den Stein Talträne. Sie werden dabei den Widerstand jedes Hochelfen-Regimentes der Insel des Unheils und von Chrace auf sich ziehen. Zum Schluss werden sie einem Erzmagier des Weißen Turmes gegenüberstehen, Sildaen von Hoeth.
Die Meister von Hoeth führen Sildaens feines magisches Gespür auf eine begabte Blutlinie zurück. Der talentierte Erzmagier weiß dies besser, als die geachteten Gelehrten ahnen, denn sein Großvater war unter jenen, die den Mahlstrom erschufen, um das Chaos während des ersten Einfalles daran zu hindern, sich weiter auszubreiten. Sein Ahne war unter den wenigen selbstlosen und legendären Magiern, die sich in die zeitlose Leere im Inneren des Mahlstroms einsperrten, um das Gelingen des Zaubers zum Wohle aller zu gewährleisten.
In seiner Jugend glaubte Sildaen, dass sein Ahne über die vielen Ley-Linien mit ihm spricht, die überall auf der Welt vorhanden sind und schließlich im Mahlstrom zusammenlaufen. Wann immer die magischen Kraftlinien abebbten oder zunahmen, würde es der Erzmagier im Wind hören und in seinen Träumen sehen. Über die Jahre hinweg wuchs Sildaens Fertigkeit und Stolz wurde sein Begleiter. Er begann, die Zeichen zugunsten seines eigenen erworbenen Wissens zu ignorieren. Als ihm die Nachricht über die Invasion Malekiths zu Ohren kam, wurde das Ausmaß seiner Überheblichkeit nur noch von dem zermürbenden Gewicht seines Schuldgefühls übertroffen. Sildaen fiel auf die Knie und schrie den Himmel um Vergebung an.
Die Bitte des Erzmagiers wurde erhört. Wie eine Flutwelle, die über die zerklüftete Küste der Schattenländer fegt, überkam ihn ein überwältigendes Gefühl. Er brach zusammen. Visionen von Dingen, ätherisch und körperlich, überfluteten seinen Geist. Tausendfache Flüstereien und Schreie brachen über ihn herein. Die meisten Sterblichen wären unter dieser geistigen Belastung zerbrochen, aber Sildaens Herz bettelte um Erlösung. Trotzige Stärke erfüllte seine Adern und er erhob sich wieder. Die Ausbildung von tausend Jahren im Weißen Turm von Hoeth zahlte sich aus. Sein Geist durchsuchte das Bombardement von Bildern mit neu entfachtem Eifer, wie das Blättern in den begehrten Wälzern in den Hallen des Wissens.
Sildaen sah Malekiths Schwarze Arche die grauen Wolken vor der Küste der Insel des Unheils durchstechen. Die eindrucksvollen Zitadellen fuhren gewaltvoll gegen die zerklüfteten Klippen. Geröll fiel von dem zerstörten Boden in die wässrigen Tiefen darunter. Stein für Stein rollte in einem wirbelnden Strom übereinander, bis sie plötzlich in einer ebenmäßigen Formation verharrten. Gleißendes blaues Licht durchdrang die Zentren der neu geformten Säulen.
„Die Menhir-Steine“, flüsterte Sildaen zu sich selbst, als es ihm klar wurde. „Malekiths Wahnsinn kennt keine Grenzen.“ Der Schüler des Erzmagiers, Variel, stürmte in sein Studienzimmer. „Ich hörte einen Tumult. Ist alles in Ordnung, Meister?”
Sildaen antwortete schwach, als er zu einem verzierten Bücherregal schritt. „Nein, es ist nicht alles in Ordnung, Variel“, antwortete er. „Stolz hat mich geblendet.“ Als er den gewünschten Wälzer und einen runenverzierten Stab ergriff, fuhr er fort: „Alarmiert die Glanzgarde des Phönixkönigs, schickt Nachricht an die Schattenkrieger der Insel des Unheils und an die Weißen Löwen von Chrace. Dann lasst mein Pferd satteln.“
„Wohin werdet Ihr reiten, weiser Sildaen?“, fragte Variel.
„Malekiths Armeen marschieren zu den Menhir-Steinen“, antwortete Sildaen. „Warum, weiß ich nicht, aber ich weiß, was getan werden muss. Heute reite ich im Andenken an meine Ahnen, um das zu bewahren, wofür sie sich in Ewigkeit plagen. Ich reite, um den Menhir Talträne zu verteidigen. Ich reite für meine Erlösung.”
„Heute werden die Armeen des Hexenkönigs wahre Meisterschaft kennenlernen und erleiden!“