Nagarythe
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Nagarythe ein karger Landstrich der auch als die Schattenländer bekannt ist, war einstmals ein Zentrum elfischer Macht, als der erste Phönixkönig hier Hof hielt. Die Elfen dieses Reiches sind düsterer und grausamer als der Rest ihres Volkes, gelten aber dennoch als loyale Untertanen des Phönixkönigs. Die als Schattenkrieger berühmten Einwohner verteidigen ihre spärlich besiedelte Heimat kompromisslos gegen die ständigen Überfälle der Dunkelelfen und ziehen als Nomaden durch ihr eigens Land. Passend dazu ist auch ihre Kleidung, die sich diesem Lebensstil anpasst und ebenso einfach gehalten ist. Sie bevorzugen schwarz, braun und grau und nutzen sehr selten metallene Töne.
Nach dem Tode Aenarions, des ersten Phönixkönigs von Ulthuan, standen die Elfen vor einer schwierigen Entscheidung. Einige argumentierten, Malekith, der einzige überlebende Sohn Aenarions, solle seinem Vater nachfolgen. Andere dachten jedoch mit Schrecken an das, was aus Aenarion geworden war, nachdem er das Schwert des Khaine gezogen hatte, und sorgten sich, der Fluch des gefürchteten Schwertes könne auf Malekith übergegangen sein. Schließlich wurde Bel-Shannar auserwählt, die Elfen zu führen, und nicht der Erbe Aenarions.
Zunächst verbarg Malekith seinen Machthunger und seinen Hass auf die Elfen, die ihm sein Geburtsrecht verweigert hatten. Er gewann vielmehr Verbündete und errang im Krieg große Siege. Damit erwarb er sich in seinem Volk einen Stand, den nur der Phönixkönig selbst übertraf. Dann schritt er zur Tat: Er meuchelte Bel-Shannar und erklärte sich selbst zum rechtmäßigen Phönixkönig. Jetzt blieb nur noch eines: Malekith würde beweisen müssen, dass er würdig war, indem er in der Asuryan-Pyramide durch die heilige Flamme schritt und sich dem Urteil des höchsten Elfengottes unterwarf.
Als er dies jedoch tat, wies die Flamme ihn zurück. Malekith erlitt Verbrennungen und wurde entstellt. Seine Diener brachten den ehrgeizigen Fürst daraufhin eilends in das Land Nagarythe im Norden Ulthuans. Als die Wahrheit über den Meuchelmord ans Licht kam, zogen die Hochelfen gegen Malekith und seine Anhänger zu Felde. Als der Sohn Aenarions vom neuen Phönixkönig, Caledor dem Eroberer, besiegt wurde ersann er einen wahnsinnigen Plan, die Magie des Mahlstroms aufzuheben und die rohe Macht des Chaos nach Ulthuan strömen zu lassen, auf dass seine Feinde zerstört würden. Der Versuch war nur teilweise von Erfolg gekrönt, doch waren die Folgen verheerend.
Tobende und Verderben bringende Energien wurden freigesetzt und zerrissen die nördlichen Lande Ulthuans. Eine tausend Fuß hohe Mauer aus Meerwasser brach über Nagarythe herein und begrub Tausende unter sich. Im letzten Augenblick konnten Malekith und die anderen Überlebenden Zauber sprechen und ihre größten Festungen erhalten, indem sie sie in schwimmende Schwarzen Archen verwandelten. Diese fuhren gen Westen und legten schließlich im Norden der Neuen Welt an. Malekith nannte dieses Land Naggaroth und sein verbanntes Volk, das sich nun Dunkelelfen nannte, schuf sich eine neue Zivilisation.
Die wenigen Überreste Nagarythes sind ein geschundenes und geplagtes Land, von Flammen verzehrt und von zerstörerischen magischen Energien versengt. Seltsame mutierte Kreaturen schleichen durch dieses düstere, karge Ödland aus grauer Erde und schwarzem Stein. Die Hochelfen haben diesen verfluchten Ort die Schattenländer genannt, denn er schien in ständiger Dunkelheit zu liegen. Es dauerte nicht lang, bis die Dunkelelfen zurückkehrten, um das Land ihrer Vorfahren in Besitz zu nehmen, und seitdem führen die zwei Völker ohne Unterlass Krieg um diese Region.
Obwohl die Schattenländer durch die katastrophalen Kriege der Abspaltung auf ewig zerstört wurden, sind die Armeen von Hoch- und Dunkelelfen hier zu einer weiteren Schlacht aufeinandergetroffen. Die Invasoren aus Naggaroth suchen nach weiteren der uralten Menhire, an denen der Mahlstrom verankert ist, während die Hochelfen sie daran hindern wollen, diese stehenden Steine unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Menhire sind Quellen großer arkaner Macht, doch könnte jedes Herumhantieren mit dieser Macht weitreichende Auswirkungen haben, die der uralten Abspaltung gleichkämen.
Die Schattenländer sind für die Dunkelelfen noch in anderer Hinsicht wertvoll. Artefakte und Relikte aus ihrer fernen Vergangenheit sind hier ebenfalls zu finden und bei den Adligen Naggaroths sehr begehrt. Aassammler durchsuchen das verbrannte Ödland mit scharfen Augen nach Schmuckstücken, mit deren Hilfe sie die Gunst ihrer Herren oder vielleicht sogar des Hexenkönigs selbst erlangen können.
Für die Krieger des Hauses Uthorin wird die Angelegenheit dadurch kompliziert, dass auch ihre großen Rivalen, die Krieger des Hauses Arkaneth, auf den Plan getreten sind. Diese beiden Häuser stehen einander mit selbst für Dunkelelfen tiefer Verachtung gegenüber. Der Hexenkönig hat den Oberhäuptern beider Adelshäuser befohlen, die Kontrolle über die Menhire der Schattenländer zu erringen, und damit seine beiden mächtigsten Rivalen gegeneinander ausgespielt. Auf diese Weise will Malekith sicherstellen, dass weder Fürst Uthorin noch die Herrin Arkaneth mächtig genug werden, um ihn bedrohen zu können.
Während die Krieger Naggaroths in den Schattenländern nach Stücken der Vergangenheit suchen, machen die Hochelfen die überraschendste aller Entdeckungen: Nach einem Kampf an einer Ausgrabungsstätte der Invasoren werden uralte Schriftrollen gefunden, durch die eine verloren geglaubte Prophezeiung vervollständigt wird. Die Ereignisse, die in den altertümlichen Schriftrollen beschrieben werden, weisen einen beunruhigen Bezug zum jetzigen Zeitalter der Abrechnung auf, doch weckt die Prophezeiung auch ein wenig Hoffnung, dass der schreckliche Plan der Dunkelelfen durchkreuzt werden könnte.
Es wird noch einige Zeit dauern, die Prophezeiung zu erforschen und die Herrscher Ulthuans davon überzeugen, dass ihr nachgegangen werden muss. Zeit ist jedoch ein Gut, dass den Hochelfen rasch knapp wird. Ihre Armeen sind weit verstreut, da viele ihrer Legionen noch in der Alten Welt kämpfen, um dem Imperium und den Reichen der Zwerge zu helfen. Die Glanzgarde ist bisher kaum in der Lage, das Vorrücken der Invasoren zu verlangsamen, und wenn die Dunkelelfen die großen Tore erreichen, durch die der Weg in die Inneren Königreiche führt, ist stark zu bezweifeln, dass sie sich noch aufhalten lassen. Es scheint, als könne das Fünkchen Hoffnung gelöscht werden, noch bevor es wirklich angefacht wurde.