Rob Hinkle
Aus WARWiki
Was sind deine täglichen Aufgaben?
- Im Moment arbeite ich die meiste Zeit an der Gestaltung und am Balancing und ich helfe zudem noch beim Einfügen der verschiedenen „Zahlen“-Systeme in das Spiel. Ich hatte bei allen Karrieren und dem gesamten Charaktersystem meine Finger im Spiel und habe an den Kampfsystemen sowie bei manchen Gegenstands- und Monstersystemen mit geholfen. Ich gebe auch Rückmeldung zu einigen übergreifenden Gestaltungskonzepten und führe meistens die ersten Arbeitsgänge beim Charakterbalancing des Spieles durch.
Wie sieht dein Hintergrund aus? Ausbildung? Abschluss? Dein erster Job nach der Schule? Dein erster Job in der Spiele-Branche? Wie lange bist du bei Mythic?
- Nachdem ich die High School abgeschlossen hatte (Abschlussklasse mit 68 Leuten, typisch Kleinstadt!), bin ich zum College gegangen und habe an der Northwest Missouri State University meinen Bakkalaureus der Naturwissenschaften (Bachelor of Science) in Informatik gemacht. Das war ungefähr zu der Zeit, als die offene Beta von DAoC startete, also habe ich es über den Sommer gespielt, während ich auf Jobsuche war. Ich habe erfahren, dass Mythic Leute für den Kundendienst sucht und wie alle anderen habe ich immer gehört, dass man mit der Arbeit beim Kundendienst schon einen Fuß in der Tür bekommen kann. Ich habe mich für eine Stelle beworben und bekam eines Tages einen Anruf und ein Vorstellungsgespräch. Natürlich war es nur eine Einsteiger-Teilzeitstelle, aber ich dachte mir, das ist besser als gar nichts. Also hab ich einen Termin für das Vorstellungsgespräch arrangiert und einen einfachen Flug nach Washington D.C. gebucht.
- Mein Flug war für den 18. September 2001 vorgesehen. Natürlich weiß jeder, was am 11. September passiert ist, und das ganze Land wurde plötzlich auf den Kopf gestellt. Ich habe es irgendwie geschafft, einen der ersten Flüge aus Denver heraus zu bekommen (nach meinem Sommerurlaub in Colorado) und bin zum Flughafen Baltimore-Washington geflogen. Ein paar Tage später wurde ich als Teilzeit-Serverleiter für den Start von Dark Age of Camelot eingestellt.
Wann hast du dich erstmals in der Spiele-Branche zu Hause gefühlt, nachdem dir klar wurde, dass du tatsächlich mit Spielen dein Geld verdienen wirst?
- Das war während der Catacombs-Beta, als die ersten Spieler ein paar der neuen Dungeons betreten haben, für deren Erschaffung ich verantwortlich war. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten meine Arbeiten meistens die Gestaltungen anderer Leute abgerundet. Hier bekamen die Spieler zum ersten Mal etwas zu sehen, an dessen Entstehung ich von Anfang bis Ende wirklich eingebunden war. Es war, als könnte ich es wirklich als „mein Eigen“ betrachten.
Was reizt dich an Warhammer? Inwiefern ist es perfekt für ein MMO? Welche tollen Sachen aus dem Warhammer-Universum möchtest du umsetzen?
- Ich bin seit Jahren Warhammer-Fanatiker. Deshalb war allein der Gedanke, ein MMO zu spielen, in dem sich die Welt, mit der ich aufgewachsen bin, widerspiegelt, für mich aufregend genug. Warhammer ist die perfekte Welt für ein MMO: Es gibt gerade so viel Helden, dass das Konzept nicht weltfremd wirkt, aber auch keine bestimmte Gruppe von Helden im Kern der Geschichte, die jeder sein will. Bei so vielen Völkern, Charakteren und Orten gibt es massenhaft Wissen, das man wunderbar aufnehmen und ausbauen kann, damit die Welt für die Spieler lebendig wird.
Sammelst du Warhammer-Figuren? Und mit welcher Armee spielst du?
- In meiner Wohnung liegen so viele Figuren herum. Mit Warhammer habe ich in der High School angefangen und spiele nun seit etwa 12 bis 13 Jahren. Mein älterer Bruder hat mich an das Spiel herangeführt, indem er mich immer auf verschiedene Spielemessen mitgenommen hat. Dort habe ich meine ersten echten Erfahrungen mit dem Spiel gemacht. Wie das mit allen jüngeren Geschwistern so ist, wollte ich ihm nacheifern, also habe ich die Spiele gespielt, die er gespielt hat. Auf meiner ersten Messe wurde eine besondere Ganztagsveranstaltung abgehalten, bei der jeweils 10 Spieler einen einzigen Helden spielen durften, mit dem Ziel, soviele Siege wie möglich anzuhäufen. Wenn ein Spieler ausschied, rückte der nächste aus der Warteschlange nach. Obwohl ich noch nie gespielt hatte, habe ich gewonnen und meinen kleinen Zauberer des Tzeentch zum Sieg geführt. Seitdem bin ich Feuer und Flamme für das Spiel. Erwähnenswert ist noch, dass der Gewinner dieses Ereignisses in jedem Jahr davor und jedem danach ein Schwert als Preis erhalten hat, aber ausgerechnet in dem Jahr, als ich gewonnen habe, gab es nichts!
- An Warhammer-Armeen habe ich eine der Skaven, eine des Imperiums, eine sterbliche Chaosarmee, eine dämonische Chaosarmee, Tiermenschen und Dunkelelfen zusammen mit verschiedenen anderen Armeen aus allen möglichen anderen Spielsystemen. Soviel Metall muss natürlich zur Schau gestellt werden. Ich habe in meiner Wohnung zwei Bücherregale extra für meine Miniaturen. Es ist eine prächtige Zurschaustellung unbemalter Herrlichkeit!
Welche Hoffnungen verbindest du mit dem Spiel? Was sind deine Ziele?
- Ich möchte ein Spiel erschaffen, das ich selber spielen will. Es scheint, dass viele Leute in der Branche ein Spiel für „die Leute“ machen wollen und letztendlich ein Spiel bauen, dass ihnen selbst keinen Spaß macht. Ich stelle es mir unglaublich schwer vor, ein Spiel zu bauen, das Spaß macht, wenn man dabei nur an Spaß für andere denkt und nicht an Spaß für sich selbst. Obwohl ich weiß, dass mein Verständnis von Spaß nicht unbedingt dasselbe ist wie bei allen anderen, denke ich doch, dass einer der wichtigsten Faktoren für ein Spiel, dass allen Spaß macht, der Spaß ist, den man selbst bei der Arbeit und beim Spielen hat.
Was beeinflusst dich am meisten bei der Entwicklung? Irgendetwas außer Warhammer?
- Ich versuche, alle meine früheren Spieleinflüsse einzubringen, um das beste Spielerlebnis zu erschaffen. Angefangen von den verschiedenen MMOs und Standard-Rollenspielen, bis hin zu den alten textbasierenden MUDs, den klassischen Stift-und-Papier-Rollenspielen, haben alle für sich etwas Wertvolles an sich, dass es lohnt in WAR einzubauen.
Was sind deine absoluten Lieblingscomputerspiele aller Zeiten? Was spielst du momentan? Welches Spiel sollten die Leser spielen, wenn sie es noch nicht getan haben?
- Lieblingsspiele: Tribes, die Bard’s Tale-Reihe, Dark Omen, Fallout 1 und 2, Wing Commander: Prophecy und Civ 4. Alle aus verschiedenen Gründen, aber glaubt mir, es sind alles gute Gründe! Im Moment spiele ich viel Battlefield 2142 sowie Civ 4 und Vanguard, während ich mich sehr auf Quake Warsund Fallout 3 freue.
Gibt es einen Film, den du gesehen, oder ein Buch/Comic, das du kürzlich gelesen hast, welches du anderen empfehlen würdest?
- Natürlich muss man Transformers gesehen haben. Das ist ein hoch unterhaltsamer Film, von Michael Bay ganz abgesehen. In derselben Kategorie bewegt sich der neueste Stirb Langsam-Film, der überraschend unterhaltsam war und in brillanter Weise zum Glanz des Originals zurückkehrt. Um zum geschriebenen Wort überzugehen: Wenn ihr die Reihe Das Lied von Feuer und Eis von George R.R. Martin noch nicht gelesen habt, dann hört sofort mit dem auf, was ihr tut, und kauft sie euch. Außerdem solltet ihr euch noch das Werk von Jim Butcher anschauen. Er ist der Autor der (als Sci-Fi- Fernsehserie bekannten) Reihe Die dunklen Fälle des Harry Dresden. Als gute und solide Phantastiklektüre ist die Codex Alera-Reihe zu empfehlen.
Noch irgendwelche letzten Worte?
- Ich muss an dieser Stelle meinen Bruder grüßen (Hi Geoff!), denn so viele meiner Hobbys wurden in meiner Jugend von ihm geprägt und haben mich zu meinem jetzigen Beruf geführt. Wenn er doch nur endlich aufhören würde, mich um einen Betazugang anzubetteln...
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