Matt Daniels

Aus WARWiki

Wie verläuft ein normaler Arbeitstag bei Ihnen?

Das „Drehbuch“-Team entwickelte in enger Zusammenarbeit mit Games Workshop das Grundgerüst für die Hintergrundgeschichte des Spiels und wir arbeiten ständig daran, diese Hintergrundgeschichte auszubauen und die WARHAMMER-Lizenz noch stärker in sie einzubetten. Wir bekommen immer noch jede Menge Feedback, sowohl intern als auch von den Leuten bei GW, das wir ständig nutzen, um das Material zu verbessern, das wir bereits haben.
Wir haben uns außerdem Material unserer Quest-Entwickler und des Welt-Teams angesehen, um sicherzustellen, dass die WARHAMMER-Grundlagen in allen Aspekten des Spielinhalts entsprechend umgesetzt werden. Darüber hinaus beschäftigen wir uns hier noch mit vielen anderen Dinge, zum Beispiel assistieren wir beim Abfassen von internen Vorschlägen und Pflichtenheften.

Wie sieht Ihr Hintergrund aus? Welches College haben Sie besucht und was haben Sie studiert? Hat es Ihnen bei diesem Job geholfen?

Ich habe an der George Mason-Universität Schriftstellerei studiert, aber meine Vorbereitungen auf diesen Job begannen wahrscheinlich bereits, als ich gerade mal zehn Jahre alt war. Zu dieser Zeit entdeckte ich drei Dinge, die später erheblichen Einfluss auf mein Leben haben sollten: Fantasy-Literatur, Rollenspiele und Computer. Von da an waren meine größten Hobbys Spielen, Spiele entwickeln (damals noch Spiele mit Stift und Papier) und das Schreiben für und über Spiele. Und ich will gern zugeben, dass sich daran bis heute nichts geändert hat.

An welchen anderen Titeln haben Sie in der Vergangenheit gearbeitet? Und in welcher Stellung?

Ich war Inhaltsentwickler bei DARK AGE OF CAMELOT. Als Mitglied des Quest-Teams habe ich hauptsächlich an den Erweiterungen CATACOMBS und DARKNESS RISING gearbeitet. Für Letzteres entwickelte ich außerdem die gesamte Hintergrundgeschichte und den Rahmen der CHAMPION QUEST-Geschichte. Die Arbeit an DAoC hat mir großen Spaß gemacht und ich kann die talentierten und hart arbeitenden Entwickler dieses Teams gar nicht genug loben.

Wann haben Sie sich erstmals in der Spiele-Branche zu Hause gefühlt, nachdem Ihnen klar wurde, dass Sie tatsächlich mit Spielen Ihr Geld verdienen würden?

Oje ... Ich würde sagen, das war wohl ein paar Tage nach der Veröffentlichung der CATACOMBS-Erweiterung für DARK AGE OF CAMELOT. Ich saß zu Hause und stöberte in einigen Foren, in denen Spieler ihre Reaktionen auf die Erweiterung veröffentlichen. Ein Schreiber im Besonderen hatte dort einen ziemlich langen Beitrag über einen Quest geschrieben, den er richtig toll fand. Es war ein Quest, den ich geschrieben hatte. Erst da fiel bei mir so richtig der Groschen, dass ich zu einem Spiel beigetragen hatte, das da draußen in den Geschäften verkauft wurde, über das die Spieler urteilten und das sie kommentierten. Ich musste mich kneifen, weil ich so etwas bis 2001, als ich zu Mythic kam, immer nur für einen schönen Traum gehalten hatte. Seitdem ist jeder Tag wie ein Wunder für mich! Die Arbeit an Spielen ist genauso toll, wie ich es mir ausgemalt hatte.

Was fasziniert Sie an der WARHAMMER-Idee? Und was macht WARHAMMER perfekt für ein MMO?

Viel kürzer könnte ich die Frage beantworten, was mich daran NICHT fasziniert. Die Leute von Games Workshop haben mehr als zwanzig Jahre an der Entwicklung, Erkundung und Umsetzung dieses wundervollen, einzigartigen Fantasy-Reichs gearbeitet und wirklich jede Minute dieser Arbeit ist zu sehen. Mir persönlich gefallen besonders der häufig ironische Ton und der Galgenhumor mit den vielen Anspielungen, den man überall in den Armeebüchern und in der Gestaltung der Charaktere wiederfindet. Die Grafik ist ebenfalls ausgezeichnet. Ich könnte sie mir stundenlang ansehen, wenn ich nicht Termine einzuhalten hätte. WARHAMMER musste einfach als MMO herausgebracht werden und ich freue mich unheimlich, dass Mythic die Gelegenheit dazu bekommen hat.

Sammeln Sie WARHAMMER-Figuren? Und mit welcher Armee spielen Sie?

Selbstverständlich! Ich bin gerade dabei, eine bretonische Armee zu gestalten, weil mir die Farben und das prunkvolle Aussehen dieser Modelle unheimlich gut gefallen. Ich bin außerdem ein großer Fan der Artussage. Das sollte ich vielleicht nicht zugeben, aber ich besitze vier verschiedene Ausgaben von Le Morte D’Arthur, da musste ich wohl einfach Bretonen sammeln. Als Nächstes werde ich mal die Echsenmenschen ins Auge fassen ... oder vielleicht die Hochelfen.

Welche Hoffnungen verbinden Sie mit dem Spiel? Was sind Ihre Ziele?

Ich hoffe, dass bei der Veröffentlichung des Spiels sowohl die Leute bei Games Workshop als auch die vielen treuen Fans des WARHAMMER-Miniaturenspiels, die es sich ansehen, einstimmig der Meinung sein werden, dass es nicht nur ein tolles Spiel ist, sondern auch eines, das sämtliche Dinge, die WARHAMMER so cool, interessant und unterhaltsam machen, wirklich lebendig werden lässt.
Ich würde die Geschichte von WAR auch gern einmal in anderen Medien umgesetzt sehen, zum Beispiel in einem Roman, einem Armeebuch für das Brettspiel oder sogar in Form cooler Sammelfiguren, die auf einigen der Charaktere basieren, die wir für das Spiel entworfen haben. Das mag vielleicht nur ein Wunschtraum sein, aber ich fände es klasse!

Welche Haupteinflüsse spielen bei der Entwicklung des Spiels eine Rolle? Ich meine, neben WARHAMMER?

Ich habe immer daran geglaubt, dass gute Erzählungen in allen möglichen Medien zu finden sind, und wahrscheinlich haben mich zahlreiche Filme, Romane, Comics und andere Spiele direkt oder indirekt beeinflusst. Wenn man‘s genau nimmt, haben ja sogar manche Werbespots im Fernsehen heutzutage eine stimmige Geschichte! Man kann aus all dem lernen, wie man eine spannende Geschichte entwickelt und präsentiert.

Welches ist das größte Problem bei aktuellen MMOs, das Sie mit WAR zu beheben hoffen?

Eindeutig das größte Problem bei aktuellen MMOs ist, dass keines in der WARHAMMER-Welt angesiedelt ist! Im Ernst: Es ist zwar nicht direkt ein Problem, aber dennoch glaube ich, dass die MMO-Welt für eine Weiterentwicklung bereit ist, in der das Konzept von Kämpfen „Spieler gegen Spieler“ im epischen Maßstab die entscheidende Rolle spielt, und ich glaube auch, dass WAR die Antwort darauf ist.

Welches sind Ihre Lieblings-Video- und -Computerspiele aller Zeiten? Welche Spiele spielen Sie derzeit? Und welche Spiele sollten unsere Leser unbedingt ausprobieren, wenn sie es noch nicht getan haben?

Auf der Liste meiner bevorzugten Videospiele würden SYSTEM SHOCK 2 und der erste Teil von DEUS EX stehen, ebenso FINAL FANTASY VII. ASHERON'S CALL wird ebenfalls immer einen festen Platz in meinem Herzen einnehmen, denn es war mein erstes MMO. Nicht zu vergessen: DARK AGE OF CAMELOT, an dem ich mitgearbeitet habe und das ich heute immer noch aktiv spiele. Momentan beschäftige ich mich abwechselnd mit mehreren Spielen. Neben DAoC mag ich auch noch GRAND THEFT AUTO: SAN ANDREAS, WARHAMMER 40.000: DAWN OF WAR, BATTLEFIELD 2, MADDEN 2006 und THE MOVIES. Eigentlich gibt es derzeit einfach viel zu viele gute Spiele. Ich wünschte, ich könnte auf Schlaf verzichten!
Ein Spiel, das sich die Leser unbedingt einmal ansehen sollten und das in keinem Haushalt echter Fans von Abenteuerspielen fehlen sollte, ist Funcoms THE LONGEST JOURNEY. Das ist wirklich eines der besten Spiele, die in dieser Kategorie jemals entwickelt worden sind.

Welche Musik hören Sie derzeit?

Ich höre gern ein Medley von Tracks aus den diversen FINAL FANTASY-Spielen. Meiner Meinung nach hätte Nobuo Uematsu einen Platz im Regal aller Musikliebhaber verdient. Die Musik von Videospielen wird leider immer ziemlich unterbewertet. Häufig spiele ich solche Titel Leuten vor, die nicht wissen, woher sie stammen. Und nichts freut mich mehr, als wenn sie dann sagen: „Das ist echt toll! Aus welchem Film stammt das?“ Dann grinse ich immer ganz süffisant und sage, dass die Musik aus einem Videospiel stammt, und sie kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Viele Leute scheinen noch gar nicht gemerkt zu haben, wie weit wir uns mittlerweile vom Twiet-twiet-twiet und Dudeldö à la PAC-MAN und SPACE INVADERS entfernt haben.

Gibt es einen aktuellen Film, den Sie gesehen haben, oder Bücher bzw. Comics, die Sie empfehlen würden?

Ich habe gerade zum zweiten Mal WATCHMEN von Alan Moore gelesen und halte es für das wahrscheinlich feinste Stück Literatur, das je im bzw. über das Superhelden-Genre geschrieben wurde. Außerdem habe ich gerade den Roman TROLLSLAYER von William King ausgelesen und fand ihn außergewöhnlich gut. Als Nächstes werde ich mir SLAVES TO DARKNESS vornehmen, ein tolles Beiheft zu WARHAMMER aus den späten 80ern, das als eines der wichtigsten Werke zum Thema Chaos gehandelt wird. Ich hoffe, dass ich es durchlesen und dabei nicht dem Wahnsinn verfallen kann!
Was Filme angeht, gab es letzter Zeit so viele gute Science-Fiction- und Fantasy-Filme, dass Fans dieses Genres diese Jahre im Rückblick bestimmt als eine Art goldenes Zeitalter ansehen werden. Bald werden wir das auch im Fernsehen zu sehen bekommen. Zum Beispiel bin ich ein großer Fan der neuen KAMPFSTERN GALACTICA-Serie. Hoffentlich werden qualitativ dermaßen hochwertige Programme und Filme wie HERR DER RINGE die allgemeine Akzeptanz von Fantasy und Science-Fiction steigern, damit dieses Genre nicht länger nur als Nische betrachtet wird, in der mit Effekten überladene Sommer-Blockbuster mit unglaubwürdigen Skripts produziert werden.

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