Lucas Hardi

Aus WARWiki

Was sind deine täglichen Aufgaben?

Ich war ungefähr zwei Jahre lang Leitender Konzeptgrafiker für WAR und das war klasse. Ich durfte mit unserem Team von fantastischen Konzeptgrafikern zusammenarbeiten, von denen viele vorher professionelle Zeichner waren und speziell für die Arbeit an unserem Spiel eingestellt wurden. Meine Aufgabe bestand darin dazu beizutragen, dass ihre Arbeiten von unserem Künstlerischen Leiter und von Games Workshop genehmigt wurden, und sicherzustellen, dass unsere 3D-Grafiker mit unseren Designs als Vorlagen etwas anfangen konnten.
Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen war mir vorzustellen, wie ein bekannter Ort aus Warhammer zum Leben erweckt werden könnte, der noch nie zuvor wirklich zu sehen war. Es war sehr schwierig, ein Aussehen für die Chaos- Umgebungen zu entwickeln, das wir in unserer 3D-Spielwelt umsetzen konnten, aber ich denke, den Spielern wird das gefallen, was sie im fertigen Spiel sehen.
Was die Fans möglicherweise nicht wissen: Zusätzlich zu den 8 Konzeptgrafikern, die bei uns beschäftigt sind, haben auch bis zu 8 Grafiker anderswo am Spiel gearbeitet. Ich war mit für sie verantwortlich und hatte auch hin und wieder Zeit, selber ein paar Konzeptzeichnungen zu erstellen.
Vor kurzem habe ich angefangen, an der Benutzeroberfläche zu arbeiten und sie für die Veröffentlichung fertigzustellen. Ich hatte schon vorher an Elementen der Benutzeroberfläche für WAR gearbeitet, so dass mir der Wechsel leichtfiel.

Wie sieht dein Hintergrund aus? Welches College hast du besucht? Was war dein erster Job in der Spielebranche? Wie lange bist du schon bei Mythic?

Ich habe einen Abschluss als Systemingenieur von der University of Virginia, aber sobald ich den hatte, habe ich beschlossen, diesen Weg zu verlassen und Spielegrafik zu lernen. Bevor ich meinen ersten Job in der Spielebranche bekam, habe ich ein paar Spielermodelle für Quake 3 Arena erstellt.
Ich bin seit Trials of Atlantis bei EA Mythic. Für Camelot-Fans: Ich war derjenige, der die Artefaktwaffen entwickelt und die Charaktere für Catacombs neu gestaltet hat. Außerdem war ich Leitender Charakterkünstler für Imperator, das einmal ein echtes Spiel war.

Wann hast du dich erstmals in der Spielebranche zu Hause gefühlt, nachdem dir klar wurde, dass du tatsächlich mit Spielen dein Geld verdienen würdest?

Der Übergang zum „mit Spielen mein Geld verdienen“ war eigentlich sehr langsam. Angebissen habe ich, als ich in einem Sommer zwei Wochen damit verbracht habe, mir einen Charakter auszudenken und ihn in Quake 3 Arena zu stellen. Es war ein berauschendes Erlebnis, als eine meiner Schöpfungen zum Leben erweckt (und getötet) wurde.

Was reizt dich an Warhammer? Inwiefern ist es perfekt für ein MMO? Welche tollen Sachen aus dem Warhammer-Universum möchtest du umsetzen?

Ich habe lange gebraucht, um wirklich schätzen zu lernen, was Warhammer alles zu bieten hat. Anfangs war ich bei dem Gedanken an ein lizenziertes Spiel skeptisch, aber Warhammer ist in seinem Kern eine Spielelizenz, so dass der Übergang zu einem MMO natürlich erscheint. Außerdem dürfte es schwer sein, irgendwo geistiges Eigentum zu finden, in dem so viele großartige Ideen stecken. In den 25 Jahren, die es Warhammer gibt, sind einige wirklich wunderbare Orte, Charaktere und Geschichten entstanden, die alle auf eine Spielumgebung zugeschnitten sind.

Sammelst du Warhammer-Figuren?

Ich finde die Charakter-Designs und die Ausarbeitung der Miniaturen sehr schön und habe ein paar zusammengetragen. Aber durch Computerspiele bin ich so verwöhnt, dass der Gedanke, den weiteren Ablauf durch Würfeln zu bestimmen, mir prosaisch vorkommt. Es macht Spaß zuzuschauen, aber es ist einfach nicht mein Ding - ich bin zu faul. Außerdem: Wo bleiben da die Partikeleffekte?

Was sind deine Hoffnungen/Ziele für das Spiel?

Ich bin seit fast 5 Jahren bei Mythic und Warhammer Online wird das erste MMO sein, bei dessen Start ich dabei bin. Ich hoffe, dass Mythic mit WAR den Übergang von dem kleinen, etwas schrägen Entwicklungsstudio, aus dem Dark Age of Camelot stammt, zu einem starken, erstklassigen Studio abschließen kann. Das Studio ist wirklich größer und reifer geworden und dank der Unterstützung von EA wird das gelingen.

Was beeinflusst dich am meisten bei der Entwicklung? Irgendetwas außer Warhammer?

Künstlerisch sind die Jungs von Games Workshop Schlüsselfiguren. Besonders Paul Dainton und Karl Kopinski sind hier bei uns Legenden und malen so, wie ich mir das Aussehen unseres Spiels vorstelle. Für unsere Chaos-Zonen haben Beksinski und Barlowe großartiges Referenzmaterial geliefert.
Was die Benutzeroberfläche betrifft, so haben die Bücher von Edward Tufte sowie „Comics richtig lesen“ von Scott McCloud dazu beigetragen, meine Denkweise im Bereich Informationsdesign zu verändern.

Was ist das größte Problem bei derzeitigen MMOs, welches du mit WAR zu beheben hoffst?

Jetzt, wo ich an der Benutzeroberfläche arbeite, möchte ich der Anwalt der einfachen Noobs sein. In MMOs schichten wir oft komplexe parallele Systeme aufeinander, um den Spielern eine Menge zu tun zu geben. Das ist klasse, wenn sie eine Woche gespielt haben, aber wir können es ihnen nicht alles auf einmal vor den Latz knallen. Viele Leute geben MMOs nach ein paar Minuten oder ein paar Stunden auf und bekommen nie die Chance, wirklich in diese Tiefen vorzustoßen. Wir alle kennen Leute, die in diese Kategorie fallen.
Ich denke, wenn man Spieler von Anfang an in eine Welt hineinziehen will, muss diese Welt Spaß mit einer eleganten Einfachheit verbinden, in einem Wort: zugänglich sein.

Was sind deine Lieblingscomputerspiele aller Zeiten? Was spielst du momentan? Welches Spiel sollten die Leser spielen, wenn sie es noch nicht getan haben?

Mir schwirrt der Kopf von den vielen großartigen Spielen, die diesen Herbst herauskommen. Ich kann mich ehrlich nicht erinnern, dass schon einmal so viele der besten Spieleentwickler der Welt innerhalb weniger Monate Spiele herausgebracht haben. Das einzige, was mich davor bewahrt hat, bei so vielen fantastischen Spielen in sabbernde Fan-Krämpfe zu verfallen, ist die Tatsache, dass meine 360 wieder einmal zugemauert ist.

Was für Musik hörst du derzeit?

Jetzt gerade? Höre ich die Musik der Putzkolonne, die abends durch die Büros zieht. Das leise Knistern des Mülls im Abfalleimer. Das schrille Kreischen der Räder am Putzwagen. Es ist einfach zauberhaft.

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