Lorkoth
Aus WARWiki
Usira nannte es den Willen Khaines, dass sie und ihre Schwestern auf den Azurenwald losgelassen wurden, während Malcivius behauptete, es sei sein Geburtsrecht, als erstes Hand an die Artefakte in den Hallen von Lileath zu legen. Kehron erinnerte jeden an die Gunst, die er an Malekiths Hof genießt, gerade als Hauptmann Krethek anmerkte, wie viele Krieger ihm loyal zur Seite stehen. Währenddessen erinnerte Rayth Schwarzfeuer alle ständig daran, welche Überzeugungskraft ihr Konvent besitzt.
Lorkoth hüllte sich noch in Schweigen. Er saß da, mit starrem Blick, nicht auf die einzelnen Befehlshaber schauend, sondern vielmehr in die Luft zwischen ihnen. Trotz der berechnenden Erwiderungen und des endlosen verbalen Säbelrasselns, das nun schon seit Stunden andauerte, waren sie sich seit Beginn ihrer Zusammenkunft noch keinen Schritt näher gekommen. Sie waren sich kein bisschen einig darüber, wie sie die Beute des eroberten Calumel aufteilen sollten.
Lorkoth hatte schon in Karond Kar oft die Zusammenkunft von fünf widerspenstigen Köpfen erlebt, die um Einfluss rangeln, doch dort waren es die Köpfe einer Hydra. Mit Hilfe von Brandzeichen, unbarmherziger Magie und raffinierten Techniken brach er den Willen jedes einzelnen Kopfes, bis sie alle unter einem Willen standen: seinem, seinem allein. An dem großen Tisch im prunkvollen Ratsraum des Hauses Arkaneth sitzend, träumte er nun davon, solche Techniken auch gegen seine streitsüchtigen Kameraden anzuwenden.
Die Wortgeplänkel klangen weiter in den Ohren des betagten Bestienmeisters, bis er selbst mit einem kalkulierten Schritt eingriff. Er erhob sich von seinem Stuhl, entließ sich mit einer kurzen Verbeugung aus der Zusammenkunft und sagte: „Wenn ihr mich entschuldigen würdet, es gibt einige dringende Angelegenheiten in der Menagerie, denen ich nachgehen muss. Ich werde die taktischen Angelegenheiten in eure fähigen Hände legen. Meine Bestien und ich sind, wie immer, bereit dem Hexenkönig zu dienen, sollte dies in euren Beschlüssen verlangt werden.“ Nicht bemerkend, dass sich der Bestienmeister an dem verbalen Wettstreit nicht beteiligt hatte, begrüßten die anderen fünf sein Verschwinden. Mit abwertenden Blicken beobachteten sie ihn beim Hinausgehen, bevor sie neu gestärkt rasch ihre Zänkereien wieder aufnahmen.
Lorkoth stieg eine Wendeltreppe hinab in den Bauch der schwarzen Arche. Der enge Durchgang ging in einen großen höhlenartigen Raum über. Die Luft war dick und stickig. Er folgte schwefligen Ranken, vorbei an Pferchen für Kampfechsen und für Harpyien sowie Niststätten für Manticore in Richtung einer tiefen, stinkenden Kluft. Die Geräusche von brechenden Knochen, zerreißendem Fleisch und zahlreichen knirschenden Zähnen wurden mit jedem Schritt lauter. Die Kreatur in dieser Kluft ließ ein markerschütterndes Brüllen los, während sie die zerrissenen Überreste eines unglückseligen Bestienbändigers Stück für Stück durch die Luft schleuderte.
„Gut zu wissen, dass die Reise deinem Gemüt nicht geschadet hat.“, sagte Lorkoth zufrieden zu dem Höhlenbewohner. Alle fünf Köpfe der Hydra drehten sich bei dem Klang von Lorkoths Stimme um. Sie schnüffelten in der Luft, nahmen seinen Geruch wahr und warfen sich schnell unterwürfig auf den Boden. Lorkoth schritt die Länge der monströsen Bestie ab.
„Treuer Hohnpeitscher, was für ein Meister wäre ich, wenn ich nicht nach denselben Prinzipien leben würde, zu denen ich dich erzogen habe?“ fragte er das Monster. „Schau dich nur an. Du bist größer als die Summe deiner widerspenstigen Teile. Ich habe dich zu dem perfekten Zerstörer geformt. Meine Bestie, es wird Zeit, dass wir andere dazu zwingen, dies zu verstehen, so wie wir es tun.“ Hohnpeitscher erhob sich vorsichtig, als ob er die Feinheiten in den Worten seines Meisters verstanden hätte.
Nur Augenblicke später kippte Usiras Kelch um, Kristalldekorationen zerbarsten und der Boden bebte, bevor die Wand der Ratskammer zusammenbrach. Hohnpeitscher stürmte mit einem markerschütternden Brüllen, das aus seinen vielen Mäulern hallte, in den Raum hinein. Lorkoth trat aus dem Rücken der Bestie hervor. „Edle Verwandte“, begann er, „Ich fürchte, ihr habt in allen euren energischen Beratungen die Warnmeldungen überhört, die vom Festland kommen. Die lästigen Rebellen, die sich die Glanzgarde nennen, drängen gegen uns. Vielleicht solltet ihr eure loyalen Untergebenen mobilisieren, so wie ich meine mobilisiert habe. Herrin Arkaneth wird alle unsere Köpfe rollen sehen wollen, wenn sie herausfindet, dass sie Calumel verloren hat, gerade als sie es in ihren Händen hielt.“ Lorkoth sah mit Freude, dass die fünf Köpfe des Rates endlich übereinstimmend nickten.
Boss Infos
- Lorkoth ist der Boss einer öffentlichen Quest auf der Insel des Unheils
Quest Infos
Spieler der Ordnung müssen versuchen, in die Schwarze Arche des Hauses Arkaneth einzudringen, welche an den klippenbewehrten Ufern der Insel des Unheils vor Anker liegt. Dort müssen sie sich den Weg durch verschiedene Regimenter und deren Befehlshaber freikämpfen, die aus dem Schlund der schwimmenden Festung herausschwärmen, bis sie sich dem erfahrenen Bestienmeister Lorkoth und seiner geschätzten Bestie, der Kriegshydra Hohnpeitscher, stellen müssen.