Drachenwacht
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Die mächtigen Bergspitzen der östlichen Gebiete von Caledor gehen in grasbedeckte Hügel über, die stetig abfallen und schließlich auf die westliche Grenze Eataines treffen. Obwohl die Länder im Westen von Bergen überzogen sind, gehen die Höhlen, welche die Berge durchziehen, so tief wie alle anderen in Caledor und viele uralte Drachen schlummern darin. In vergangenen Zeiten, als die Länder der Hochelfen in Gefahr gerieten, reisten die Drachenprinzen in dieses Land, um die schlafenden Kreaturen für den Krieg zu wecken. Daher nennt man die am westlichsten gelegene Region Caledors Drachenwacht.
Erfüllt von Hass, der seit Jahrtausenden in ihren Herzen brennt, führen die Dunkelelfen ihren unerbittlichen Marsch durch Ulthuan fort und drängen die verteidigenden Hochelfen und deren Verbündete immer weiter südwärts in Richtung der Hauptstadt Lothern. Mit jedem weiteren verstrichenen Tag wird die Lage für die edlen Fürsten von Ulthuan brenzliger. Es liegt auf der Hand, dass verzweifelte Maßnahmen ergriffen werden müssen, um das Vorrücken des Feindes zu verlangsamen, sind doch alle bisherigen Bemühungen erfolglos geblieben. Es ist an der Zeit, die großen Drachen von einst erneut zu wecken.
Mit dem Feind auf ihren Fersen strömen die Armeen der Hochelfen nach Drachenwacht und hetzen zu den alten Tempeln und heiligen Stätten, um die schlafenden Titanen der Lüfte zu wecken. Die Drachen sind die mächtigsten Waffen der Hochelfen und ihr Zorn auf die betrügerischen Armeen des Hexenkönigs, die plündernd und brandschatzend durch Ulthuan ziehen, wird schrecklich sein. Aber die Drachen schlafen einen tiefen Schlaf und niemand weiß mit Sicherheit, ob sie sich jemals wieder in die Lüfte erheben werden.
Obwohl es schon lange her ist, dass die Druchii im Krieg der Abspaltung kämpften, wissen sie sehr gut, was unter den Hügeln der Drachenwacht schlummert. Malekith ersinnt einen ehrgeizigen Plan, den großen Drachen seinen Willen aufzuzwingen und sie zur Zerstörung der Hochelfen einzusetzen. Es wird nicht leicht sein, den Geist dieser uralten und mächtigen Kreaturen zu brechen, aber Malekith weiß, dass er mit jedem Drachen, der erfolgreich gebeugt wird, seinen Todfeind einer mächtigen Waffe beraubt und gleichzeitig selber eine erhält.
Andernorts wird in Drachenwacht anderen Plänen nachgegangen. Eine der ältesten und erbittertsten Rivalitäten in den Reihen der Dunkelelfen besteht zwischen den Hexenköniginnen Hellebron und Morathi. Hellebron ist uralt, beinahe so alt wie die Mutter des Hexenkönigs. Die vielen Jahre haben Hellebrons Verstand verdorben, der nunmehr mit schrecklichem Groll und Eifersucht auf die schöne und ewig junge Morathi erfüllt ist. Hellebron strebt nach Macht, damit sie Morathi, die Führerin des Tempels des Khaine, zu Fall bringen kann. Zu diesem Zweck hat die Hexe einen Trupp Dunkelelfen in den Süden zu Vauls Amboss geführt, einer Werkstätte und Schmiede, die von den blinden Priestern des Hochelfengottes der Schmiede betrieben wird.
Hier, in den brennenden Feuern von Vauls Schmiede, werden die herrlichsten und seltensten Waffen und Rüstungen der Hochelfen geschmiedet. Diesen Besitz können die Hochelfen unmöglich in die Hände des Feindes fallen lassen und so wird geschwind ein Gegenangriff organisiert, um Hellebrons Belagerung zu zerschlagen.
Jedoch ist keiner dieser Konflikte so bedeutend wie der Kampf um die Kontrolle über die Insel der Toten. Diese furchterregende Insel im Zentrum von Ulthuans Innerem Meer ist der Mittelpunkt des Mahlstroms und hier sind die Mächte des Chaos so gebündelt, dass sich keine lebendige Kreatur dem Zentrum der Insel wohlbehalten nähern kann. Die auf der Insel der Toten gebündelten Kräfte sind über alle Maßen mächtig, aber Malekith unternahm einst dennoch den Versuch, die Kontrolle über diese unermessliche und schreckliche Macht zu erlangen. Die daraus resultierende Katastrophe zerstörte weite Teile Ulthuans und kostete den Hexenkönig beinahe das Leben.
Jetzt ist Malekith nach Ulthuan zurückgekehrt und die dunklen Kräfte rufen von der [[Insel der Toten99 nach ihm und umgarnen den bösen Herrscher von Naggaroth mit Versprechungen von unendlicher Macht. Die Hochelfen wissen, dass sich der Konflikt um keinen Preis auf die Insel der Toten ausweiten darf, denn sollte der wahnsinnig gewordene Sohn von Aenarion erneut versuchen, die Kontrolle über die Insel und die überirdischen Kräfte, die dort gebündelt sind, zu erlangen, könnte dies nicht nur das Ende des Krieges, sondern auch das Ende der Hochelfen einläuten.